Erfolgreiches Event trotz kurzfristigem Location-Wechsel
Am 18. und 19. März 2026 lud CADMAP zum Anwendertreffen nach Mainz ein. Ursprünglich war das Event im Alten Postlager geplant, doch aufgrund eines Wasserschadens mussten wir kurzfristigen umdisponieren und fanden in der Turbinenhalle und dem Auktionshaus auf dem Gelände der HALLE 45 eine hervorragende Alternative, die den passenden Rahmen für den fachlichen Austausch bot.

Klimaresilienz und KI: Fachliche Impulse und innovative Strategien am ersten Tag
Das Anwendertreffen begann mit der Eröffnung durch unseren Geschäftsführer, Dr. Joachim Thiel. Er begrüßte die Teilnehmer und gab einen Ausblick auf die Themen der kommenden Tage.
Ein besonderes Highlight direkt zu Beginn war der Fachvortrag zum Thema „Dezentrale Niederschlagswasserspeicher als Rückhalte- und Bewässerungssystem“. Herr Nils Siering (M.Eng.) von der FH Münster präsentierte in Vertretung von Prof. Dr. Helmut Grüning spannende Einblicke in das Projekt „BeGrüKlim“, das sich mit Bewässerungskonzepten für Straßenbegleitgrün befasst. Besonders hervorgehoben wurden dabei:
- Baumrigolen als multifunktionales Element: Diese dienen sowohl der Bewässerung und Verdunstung als auch dem Rückhalt zur Überflutungsvorsorge.
- Unterscheidung der Systeme: Es wurde zwischen überlagerten und entkoppelten Systemen sowie temporären und Langzeitspeichern differenziert.
- Simulationsergebnisse: Anhand von Messdaten wurde aufgezeigt, wie durch hydrologisch optimierte Baumstandorte der Trockenstress für Stadtbäume reduziert und gleichzeitig das Entwässerungssystem entlastet werden kann.
Im Anschluss an die Keynote vertieften weitere Fachvorträge die zentralen Themen des Tages:
Zunächst wurden Strategien zur Niederschlagswasserbewirtschaftung im Rahmen der Wasserwende in Bestandsquartieren vorgestellt, die durch Pilotprojekte wie das „Null-Abfluss Quartier“ zeigten, wie die klimaangepasste Transformation urbaner Räume gelingen kann. Ein weiterer Praxisbericht beleuchtete das Kanalmanagement für die 44 Kommunen des OOWV und die damit verbundene Herausforderung, getrennte Datenbestände in einer zentralen KANDIS-Datenbank zusammenzuführen, um einheitliche Planungsgrundlagen und effizientere Workflows für den Netzbetrieb zu schaffen.
Wie sich die Kanalsanierungsplanung im Wandel befindet, wurde am Beispiel der Stadt Mainz erläutert, wo der Übergang von heterogenen Datenstrukturen hin zu einer teilautomatisierten Sanierungsplanung vollzogen wurde. Ergänzend dazu präsentierte ein CADMAP Werkstudenten eine innovative KI-gestützte Sanierungsstrategie: Auf Basis langfristiger Zustandsüberwachung ermöglichen KI-basierte Vorschläge von Sanierungstechniken eine drastische Steigerung der Effizienz in der Planung.
Dass die technologische Basis hierfür bereits bereitsteht, zeigte der Vortrag zu ArcGIS als Enterprise GeoAI Platform auf, in dem erläutert wurde, wie vortrainierte Modelle die Automatisierung der Datenerfassung beschleunigen und den Erkenntnisgewinn für die gesamte KANDIS-Produktfamilie stärken.

Anschließend folgte ein Ausblick auf künftige Chancen auf Basis neuer Regelwerke, der aktuelle Entwicklungen in der DWA-Arbeit sowie die spezifischen Herausforderungen bei der Zustandserfassung von Sonderbauwerken in Berlin thematisierte.
Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Vortrag zur Optimierung der Planungsprozesse im KANDIS Betriebsführungssystem, wobei verdeutlicht wurde, wie durch eine klare Rollenverteilung von der Arbeitsvorbereitung bis zum Controlling und den Einsatz mobiler Apps die Effizienz gesteigert wird.
Netzwerken in der Kupferberg-Sektkellerei
Den stimmungsvollen Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete die gemeinsame Abendveranstaltung, die uns in die historischen Keller der Kupferberg-Sektkellerei führte. Bei einer faszinierenden Führung erhielten die Teilnehmer tiefe Einblicke in die traditionsreiche Geschichte der Sektkellerei, bevor der Abend in den exklusiven Räumlichkeiten des Hauses seinen Ausklang fand.

Für einen besonderen kulturellen Akzent sorgte dabei die musikalische Begleitung einer jungen, talentierten Violinistin, die mit ihrem Spiel eine festliche Atmosphäre schuf und den perfekten Rahmen für vertiefende Gespräche und ein gemütliches Beisammensein bot.
Spannende Projektberichte
Der zweite Veranstaltungstag startete mit einem praxisnahen Einblick der Stadt Hennef, wobei aufgezeigt wurde, wie KANDIS dort heute als Zentrale für alle Daten- und Entwässerungsservices fungiert und welche Schritte für die Zukunft – von der mobilen Rattenbekämpfung bis hin zur Netzhydraulik – geplant sind.
Anschließend wurde am Beispiel der sem GmbH verdeutlicht, wie der Weg „vom Auftrag bis zur Buchhaltung“ durch automatisierte Rechnungsprozesse in KANDIS Pro optimiert werden kann, wodurch die ehemals manuellen Abläufe einer durchgängig digitalen Lösung gewichen sind.
Im Anschluss bot der Bericht zum Anwenderkreis KANDIS die Gelegenheit, die enge Zusammenarbeit zwischen Anwendern und Entwicklern sowie die aktive Mitgestaltung der Produktstrategie in den Vordergrund zu stellen.
Wie eine effiziente Prozessoptimierung in der Praxis aussieht, verdeutlichte der Beitrag der Stadtentwässerung Hannover, der den lückenlosen Weg von der ersten Bürgermeldung in moGI bis zur dokumentierten Maßnahme im neuen Betriebsführungssystem aufzeigte und dabei die Vorteile einer zentralen geografischen Verortung sowie einer verbesserten Zusammenarbeit der Arbeitsgebiete hervorhob.

Ein weiterer Fokus lag auf der Wartungsdokumentation von Sonderbauwerken mit KANDIS Pro und der KANDIS App beim Wirtschaftsbetrieb Mainz, wobei insbesondere der erfolgreiche Change-Management-Prozess von der IST-Analyse bis zur konfigurierten App für eine strukturierte und rechtssichere Erfassung von Mängeln an Bauwerken wie Pumpwerken und Regenbecken hervorgehoben wurde.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Präsentation von moGI, die als leistungsstarke Basis für moderne Services und die Automatisierung von Geodatendiensten eine zentrale Rolle in der KANDIS-Welt einnimmt. Passend dazu wurden die neuesten Entwicklungen der gesamten KANDIS Produktfamilie vorgestellt, wobei insbesondere die Erweiterungen bei KANDIS Pro, KANDIS Light und den KANDIS Apps einen Ausblick auf die kommende Generation des digitalen Kanalmanagements gaben.
Herzlichen Dank und bis zum nächsten Jahr!
Wir blicken auf zwei inspirierende Tage in Mainz zurück und freuen uns sehr über das durchgehend positive Feedback zu unserem diesjährigen Treffen. Trotz des kurzfristigen Location-Wechsels bot das Anwendertreffen 2026 den idealen Rahmen für fachliche Tiefe und zukunftsweisende Erkenntnisse. Auch wir nehmen aus den Diskussionen und Praxisberichten viele wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung unserer Lösungen mit. Die großzügigen Pausen sowie der stimmungsvolle Abend in der Kupferberg-Sektkellerei boten zudem reichlich Raum für den persönlichen Austausch und das Netzwerken untereinander. Wir bedanken uns herzlich bei allen Referentinnen und Referenten für die spannenden Beiträge sowie bei allen Teilnehmenden, die dieses Event zu einem so großen Erfolg gemacht haben. Wir freuen uns bereits jetzt auf unser nächstes Wiedersehen!
